Zum Tod des B.B. King.

„Am Ende des Konzerts verteilte B.B. noch einige goldene Plektren ans Publikum und winkte ein paar mal, bevor er dann seinen Mantel und Hut auf die Bühne gebracht bekam, sich gehfertig machte und – ohne sich noch mal umzudrehen – davon stapfte.“

Das sind meine Erinnerungen an das Ende eines brillanten Konzerts. Ich hatte das große Glück, ihn vor einiger Zeit in Frankfurt noch einmal erleben zu dürfen – was mir mein wunderbarer Vater ermöglicht hat.

Was bleibt ist sein Sound. Er sang sowohl mit seiner Stimme als auch mit seiner Gitarre gleichermaßen – und wenn auch kein Ton mehr aus dem Mund kam, man konnte seinem Gesichtsausdruck ansehen, dass er einfach nur die Darreichungsform seiner Musik geändert hatte. Er lebte jeden Ton voll aus.

Es existieren unzählige Dokumentationen und Artikel, in denen der schwere Weg vom einfachen Farmerjungen Riley zum König des Blues erläutert wird. Der Beste Film dazu ist definitiv Jon Brewer’s „Life of Riley“.

Auf diesem Werdegang lässt sich wohl auch sein Verhalten begründen: Dankbar, höflich und trotz allem auch bestimmt. Ich habe noch kein anderes Konzert erlebt, auf dem quasi jeder individuelle Musiker aus der Band hinter dem großen Namen nach einem noch so kleinen und unspektakulären Soloteil ein verschmitztes Grinsen, anerkennendes Nicken oder sogar eine Ankündigung – bzw. Abnahme bekam.

Und auch, wenn seine Lucille jetzt vielleicht auf ewig schweigt – Er hat zusammen mit ihr die Musik wie wir sie heute kennen nachhaltig geprägt. Genauso wie er auch mein Verständnis schöner Musik, wohliger Klänge und markanten Ausdrucks durch nur eine einzige Note geprägt hat. Er hat durch sein Verständnis von Musik gezeigt, dass nicht Geschwindigkeit und Seelenloses abarbeiten von Licks zählen. Es kommt auf das Herz und die Seele, mit denen jeder Ton bedacht wird, an.

Rest in Peace, my King of the Blues.


Farewell, Mr. Cocker.

Farewell, Mr. Cocker

Heute, am 22. Dezember, ist ein großer der Musikwelt von uns gegangen. Joe Cocker war wohl so was wie ein Urvater der Coolness.

Als das in einer ersten Welle durch die Medien schwappte saß ich gerade im Flugzeug – habe es daher erst etwas später erfahren und musste erst mal schlucken. Er hat mich mit seiner Musik schon aus einigen Tiefs gezogen und war auch immer eine Art Musikalisches Vorbild und gleichzeitig auch das genaue Gegenteil eines Vorbilds in einer Person.

Vielleicht sollte man einmal seine Biografie in der Kurzform Revue passieren lassen.

Cocker wurde in Sheffield 1944 geboren, also gegen Ende des 2. Weltkrieges. Er fing in den 60er Jahren an, selbst aufzutreten. Bis dahin war er aber schon Fan der „schwarzen Musik“, als Musterbeispiel sei hier Ray Charles aufgeführt.

So war er in diversen Bands beteiligt oder sogar eine art Kopf. Er lernte irgendwann Mitte der 60er dann Chris Stainton kennen – wer meinen Blog öfter liest, bei dem sollte es jetzt klingeln. Chris Stainton ist wie Joe Cocker aus Sheffield und zusammen gründeten die beiden The Grease Band. Ihre Singles stürmten die Charts. Wer dazu genaueres lesen möchte, kann sich gern weiter informieren. An dieser Stelle möchte ich aber nicht zu sehr ins Biografische abschweifen. Nachdem sich Cocker von der Band Anfang der 70er trennte, löste die Band sich auf. Stainton wurde mehr und mehr Sessionmusiker und Songwriter. Er arbeitete auch wenig später mit Eric Clapton zusammen und ist bis heute eng mit ihm befreundet. Als einziger Musiker ist er festes Mitglied in Claptons Band und begleitet ihn zu jedem Auftritt und Konzert an den Keys.

Was Cocker angeht: Er stürzte in den 70er Jahren ab. Konzertabbrüche, Alkohol- und Drogenexzesse.

Man muss ihm eines lassen: Er raffte sich immer wieder auf. Anfang der 80er Jahre gelingt ihm dann wieder ein Durchbruch. Ab da ist dann sein Erfolg und sein Status als Legende bis heute gesichert.

Er ist vor allem in Europa eine Legende. Die Sheffield Hallam University verlieh ihm 1992 den Ehrendoktor der Musik, obwohl er von sich selbst sagt, weder Noten lesen zu können noch ein Instrument zu beherrschen. Etwa ab diesem Zeitraum wurde er leider auch mehr und mehr zur Geisel seiner Produzenten, doch der Erfolg bricht dadurch nicht ab. Im Gegenteil: Ruhm und Ehre für alles, was er anfasst.

Als ein Journalist Cocker einmal sagte, dass nahezu jeder deutsche Haushalt mindestens eins seiner Alben besitzt, war er ehrlich gerührt und meinte, dass das „das größte Kompliment“ sei, das möglich wäre.

Ich habe ein etwas ruhigeres und trotzdem energiereiches Lied unten eingebunden, das sich genauso wenig in eine Kategorie einordnen lässt – sogar mit Chris Stainton an den Keys.

Doch auch wenn er dauerhaft am Kommerz kratzte. Er war nicht der klassische Kommerztyp, der seelenlose Zombie. Er gab manchen Coverversionen mehr Gefühl mit auf den Weg, als es im Original der Fall war.

Wenn man ihn unbedingt einordnen müsste, würde ich ihn am ehesten in den Rhythm and Blues stecken – mit hang zu Pop und Rock. Oder Poprock. Oder oder oder, denn Vielfalt konnte er.

Heute hat er also den Kampf gegen den Krebs verloren. Sein Lebenswerk wird nie vergessen werden – und meine Freude an seiner Musik ist auch heute ungedämpft. Ich denke, er war eins der Unikate, die wir alle früher oder später in unserer Musiklandschaft/-ödnis vermissen werden. N’oublize jamais.

 

UPDATE:
Nachdem die Weihnachtszeit sich dem Ende neigt, habe ich einmal eine kleine Playlist erstellt – mit originalen von Joe, Coverversionen seiner Lieder und einigen Originalen, die er gecovert hat.


Rollin, Rollin, Rollin, John.

Heute Jährt sich John Belushis Todestag. Vor 32 Jahren starb der begnadete Blueser an einer Überdosis, einem sogenannten Speedball.

In seinem leider viel zu kurzen Leben – er wurde nur 33 Jahre alt – erzeugte der etwas dickliche Musiker, Komiker und Schauspieler allerdings zusammen mit Dan Aykroyd und der Blues Brothers Band einen der Legendärsten Filme aller Zeiten, den jeder Musikliebhaber kennen und mögen muss. Auch ohne die Film sind die Blues Brothers bis heute unvergleichlich und unverwechselt.

Sein Bruder James ‚Jim‘ Belushi und Dan Aykroyd sind auch heute noch in der Bluesszene und vor der Kamera aktiv. Sehenswert ist unter anderem auch die Sitcom ‚Immer wieder Jim‘, in der Jim eine Garagen-Blues Band leitet. Woher dieser musikalische Einfluss wohl kommt erklärt sich wohl von selbst.

Farewell, John!


Farewell, Paco de Lucía

Mit nur 66 Jahren ist gestern ein großer in der Gitarristenwelt verstorben. Bereits im Alter von 5 Jahren lernte der Spanier die ersten Schritte auf der Gitarre.

Er spielte in der Hauptsache großartigen Flamenco und paarte diesen mit neuen Elementen aus u.a. Jazz oder Klassik. Seine Erfolge hatte er Vorwiegend in den 70er Jahren.

Oftmals wird er auch als „Großmeister des Flamenco“ gehandelt.


In Memoriam: A True Master.

Wer heute 64 geworden wäre: Peter Thorup.

Thorup spielte schon im Alter von 18 in der Dänischen Band Beefeaters. Er traf Alexis Korner auf einer Tour in Skandinavien. Sie gründeten später (1970) die Gruppe Collective Consciousness Society. Die Beständigkeit des übrigen Line-Ups war sehr lose und basierte hauptsächlich auf der Verfügbarkeit der anderen Musiker. Unter anderem spielten Tony Carr (Schlagzeug), Harold Beckett an der Trompete und Herbie Flowers am Bass mit. Ihre Alben wurden von John Cameron Arrangiert. Sie hatten einige Hits, zum Beispiel das Led-Zeppelin Cover „Whole Lotta Love“, das später auch das Titellied zu BBC’s Top Of The Pops wurde.

Peter Thorup

Peter Thorup – Quelle: Wikipedia.

Ihre Musik charakterisierte sich durch Korners ‚grollenden‘ Gesang und den hohen Tönen Thorups. Sie trennten sich 1973 von ihrer übrigen Band um Snape zu gründen, während sie auf Tour mit King Crimson in den USA waren. Die Band hatte nicht sehr lang Bestand. Einige von King Crimsons Musikern tourten darauf hin mit Korner. Thorup erschien auf Korners Studio-Album 1972. Während dieser Zeit besuchte Thorup häufig London’s Nachtclubs für Performances mit Korner und Colin Hodgkinson am Bass.

1976 kehrte Thorup nach Dänemark zurück, um dänischen Musikern zu arbeiten. Hauptsächlich spielte Thorup Rock und Blues. Er hatte nur ein mal einen lokalen Pop-Hit, eine dänische Version von Islands in the Stream von Kenny Rogers und Dolly Parton, zusammen mit Anne Grete in 1984.

Die letzen Jahre lebte ehr ein ruhiges Leben mit kleinen Konzerten in Dänemark und ein paar wenigen Alben. Er starb im Alter von 58 Jahren am 3. August 2007.

Hier ein puristischer Blues: Nur Thorup und seine Gitarre.


Roll on.

„Musik, zu der man nackt tanzen kann“ –

rest in peace, JJ Cale.


Another sad news.

Rest in Peace, James Lewis Carter „T-Model“ Ford.

Mit ihm geht nun langsam aber sicher eine Ära an Bluesmusikern, die durch ihren rohen, ungeschliffenen aber doch Seelenvollen Stil bekannt sind. Er wurde des Öfteren mit Muddy Waters und R.L. Burnside verglichen.

Sein Gear: Was gerade an Gitarre und Amp zur Verfügung steht.

Meinen Respekt hat er für seine Späte Karriere in jedem Fall, denn er lernte erst mit ca. 60 Jahren Gitarre Spielen und begann seine Karriere erst, als er Mitte 70 war. Die ungenauen Zeitangaben kommen zustande, da sein Geburtsdatum und genaues Alter nicht bekannt sind.


In Memoriam

Zum Todestag des Jon Lord.