I’ll play the (sweetest) Blues for you

Was seit gestern Abend bei mit rauf und runter läuft:

Johnny Rogers feat. Gregor Hilden Band. Die Jungs sind top. Nicht nur in Sachen Blues, sondern auch, wenn es etwas Jazziger wird bleiben sie am Ball. Und wenn eine Jazzband Blues macht oder eine Bluesband Jazz, dann streut das immer ein – genau so wie hier – Instrumental top fit, dazu noch ein spitzen Gesang (Den die Band allerdings nicht zwingend nötig hat).

Sollte Gregor Hilden mit seiner Truppe jemals in eure Nähe kommen: Hin gehen! Seine Aktuellen Gigs findet ihr hier. Leider ist er nicht in absehbarer Zeit in meiner Nähe, aber irgendwann bestimmt.


Drive.

Bobby McFerrin ist ein Amerikanischer Vokalist.

Das klingt erst einmal unspektakulär, bis man einmal genauer betrachtet, was er mit seiner Stimme alles kann. Er hat einen Stimmumfang von 4 Oktaven, und kann sehr schnell zwischen den Tonlagen wechseln.

Außerdem beherrscht er den nahezu perfekten Obertongesang. Das bedeutet, dass er aus dem Klangspektrum seiner Stimme einzelne Töne so herausfiltert, dass sie als getrennte Töne wahrgenommen werden – so erzeugt er beim Hörer den Eindruck einer Mehrstimmigkeit.

Bekannt wurde McFerrin 1984 für sein fröhliches „Don’t Worry Be Happy“. Doch er ist nicht nur der fröhlich vor sich hinpfeifende Typ. Er kann mit seiner Stimme ein ganzes Orchester imitieren – und nicht nur das.

Wenn er mal nicht singt, dann lehrt er an Hochschulen, wie man es richtig macht.

Außerdem hat sich der studierte Klavierspieler auch einen beachtlichen Ruf als Dirigent erarbeitet. So dirigierte er sogar  bereits die Wiener Philharmoniker. Mc Ferrin gilt mit seinen Zehn Grammys als einer der bedeutenderen Jazz-Musiker.

Hier nun mit dem Lied „ Drive“ eine eindrucksvolle Demonstration davon, was er nur mit seiner Stimme erreichen kann.

*Anm.: Beitrag wurde ursprünglich von mir als Radiobeitrag verfasst.


Smashed Birds

Mal etwas raus aus dem Blues – rein in die verträumte Musik von Sóley Stefánsdóttir. Da man sich in Island aber grundsätzlich nur mit dem Vornamen anspricht ist sie nur unter dem Namen Sóley bekannt.

Sie ist Komponistin, Sängerin sowie leidenschaftliche Pianistin und auch öfters bei bekannteren Formationen im Hintergrund zu sehen. Solo on Tour spielt sie hin und wieder noch Gitarre und erzeugt mit ihrem ganz eigenen Gesang und Stil wahrlich Klangwelten, in denen man sich verlieren kann.

Interessant zu beobachten: Sie singt besser auf englisch, als sie englisch spricht.

Ich habe hier ein Video von einem sehr intimen Konzert gefunden, bei dem sie Gitarre spielt, singt und nur durch einen Schlagzeuger unterstützt wird. Enjoy!


Empfehlung: An Evening with Mark Knopfler

Mark Knopfler sowie die Dire Straits sind wohl allseits bekannt. Um so toller ist folgendes Konzert, das Mark vergangenes Jahr gegeben hat. Es ist ein wenig anders als gewöhnlich: Er spielt im sitzen – und er erklärt ein paar Dinge über Gitarren, seine Art Songs zu schreiben und seine erste Gitarre.

Sehenswert!


Joe Bonamassa: Live at the Vienna Opera House

Ich werde, wenn ich den Namen Joe Bonamassa erwähne, viel zu häufig gefragt: „Äh… Joe Bona..wer!?“ – Schade. Denn dieser Kerl Kann einfach Gitarre spielen. Wieder einmal stellt er das in seinem neuen Live-Album „An Acoustic Evening At The Vienna Opera House“ eindrucksvoll unter Beweis. Ich konnte mir das Ganze schon vor dem Veröffentlichungstermin (26. März) einmal anhören.

Album-Cover

Das gesamte Album ist prinzipiell als ‚Unplugged‘ zu verstehen – nur ohne den bekannten Musiksender dahinter. Wer Joe Bonamassa einmal live erlebt hat, der weiß, dass er gern mal auf einer Akustikgitarre ‚die Sau raus lässt‘ (An dieser Stelle sei insbesondere auf ‚Woke up Dreaming‘ verwiesen, wohl das Aushängeschild schlechthin) – und genau das tut er auch hier! Unterstützt von Gerry O’Connor an Banjo und Geige, Mats Wester an der Mandoline, Arlan Schierbaum (Mit dem er zur Zeit auch um die Welt tourt) an Akkordeon, Piano und Glockenspiel und Lenny Castro als Perkussionist reißt er seine besten Songs neu auf: Mal anstatt Synthieklängen lieber etwas Geige? Kein Problem! Anstatt verzerrter E-Gitarre lieber etwas Mandoline? Kannste haben! In Stücken wie ‚Around the Bend‘ oder ‚Richmond‘ wird bald schon Mark Knopfler Konkurrenz gemacht, und auch Fans der Slidegitarre werden spätestens in ‚From the Valley‘ auf ihre Kosten kommen. Natürlich darf auch das obligatorische Eric Clapton (bzw. Robert Johnson) Cover nicht fehlen, was er auch dieses Mal wieder bravourös mit ‚Stones in My Passway‘ zum Besten gibt.

Wie immer steht also nicht nur Joe Bonamassa drauf – es ist auch Joe Bonamassa drin. In den Insgesamt 21 Songs umfasst er die gesamte Bandbreite seiner bisherigen Werke. Manchmal kommt das auch etwas schleppend daher, da stellenweise etwas Pfeffer fehlt und natürlich kein Vergleich zu seinen bisherigen Live-Performances ist, aber anhören lohnt sich auf jeden Fall!

Abschließend hier noch der Offizielle Trailer auf seinem Youtube-Kanal. Go get it!


Ry Cooder 1982 – Slideguitar

Wem Ry Cooder noch nichts sagt, dem wird spätestens bei dem Stichwort ‚Buena Vista Social Club‚ ein Licht aufgehen, Ry Cooder war nämlich der Initiator des ehrgeizigen Projekts, nahezu alle noch lebenden Kubanischen Musikgrößen in einer ‚Latin Supergroup‘ zu vereinen. Und über das Ganze hat dann Wim Wenders noch seinen preisgekrönten FIlm gedreht.

Ry Cooder ist aber nicht nur ein Liebhaber Lateinamerikanischer Musik. Im Gegenteil: Er kann so behände mit dem Bottleneck umgehen wie man es nur selten sieht und ist vom Stil aus gesehen anpassungsfähig wie ein Chamäleon – wenn man lange genug sucht findet man Aufnahmen von Blues über Soul und Pop bis hin zu eingangs erwähnter, lateinamerikanischer Musik.

Auch erwähnenswert ist vielleicht noch das verwendete Equipment. Hier verwendet er in der Hauptsache eine seiner Stratocaster, seltener eine Tele oder eine ‚Guyatone‘ – alle vorzugsweise in den 60er Jahren gebaut.

Die Strat im Bild hat er übrigens zusammen mit David Lindley Modifiziert (Man beachte die Pickups).

Ry Cooder

(Photo by Dena Flows, http://www.flickr.com/photos/denaflows/3691281860/ )

Übrigens verwendet er gern beim Sliden einen Harmonizer kombiniert mit Vibroverb – nur als Denkanstoß.

Zu guter Letzt noch ein schönes (retro-)Video von 1982. Macht Laune beim zuhören! (Bei wem ich jetzt interesse geweckt habe: Mehr hörenswertes gibt’s Hier, Hier und Hier )