Flowerpornoes: Nachdenklich, cool, deutsch.

Hallo!

Ich hoffe, das neue Jahr hat gut für alle angefangen. Für mich bedeutet dieser Monat vor allem eins: Prüfungen und Stress, einen Abschied und viel zu wenig Zeit für Musik.

Nichts desto trotz muss man ja ab und an auch mal zur Ruhe kommen. Effektiv habe ich dafür aktuell zwei Favoriten: Die Gruppe Flowerpornoes und deren Frontmann Tom Liwa. Vielleicht habe ich derzeit eine kleine Schwäche für Deutsche Musik entwickelt, man weiß es nicht.

Flowerpornoes gibt es schon seit Mitte der 80er Jahre. Nach einer 10 Jährigen Pause haben sie sich vor einigen Jahren zurückgemeldet. Die beiden inzwischen Entstandenen Neuen Alben sind genau so empfehlenswert wie ihre alten Alben.

Genau so hat ihr Frontmann Tom Liwa auch solo einige tolle Alben veröffentlicht, die ich unglaublich vielfältig und liebevoll gemacht finde. Zum reinlegen!

Ich habe hier ein Konzert der Flowerpornoes angefügt, das sie live im Rockpalast gespielt haben. Leider sind über die Gruppe sonst nicht allzu viele Informationen im Internet zu finden, aber das ist auch gar nicht nötig. Die Musik spricht bekanntlich für sich.

 


Thickfreakness and Black Keys

Wie wäre es heute mal mit Musik von einem Duo?
Das Duo setzt sich White-Stripes-Artig zusammen aus Einem singenden Gitarristen und einem Schlagzeuger. Es handelt sich hier um Dan Auerbach und Patrick Carney, und zusammen sind sie die Black Keys

Übrigens waren die White Stripes vorher da.

Die beiden haben ihr erstes Album vor knapp über 11 Jahren rausgebracht und sind seit dem eine Feste größe in der Garage und Indie-Rock welt.

Eine besonderheit: Die beiden verzichten auf zu große Aufnahmetechnik und waren noch nie in großen Studios zu Gast: Ihr Album Thickfreakness wurde, wenn man der Legende glaubt, komplett innerhalb von 14 Stunden im Keller des Schlagzeugers Carney aufgenommen. Benutzt wurde ein altes Aufnahmegerät aus den 80ern, nämlich ein Tascam 388-8. Die vielen 8ten im Namen bedeutet im Prinzip nur, dass das Aufnahmegerät nur 8 Spuren zur Aufnahme beherrscht, was in der heutigen Zeit der digitalen Tonstudios nicht sonderlich viel Kapazität ist – Belegt ein Schlagzeug doch heutzutage schon allein fast 10 Kanäle in einem Tonstudio. Durch eben dieses Gerät klingen die Aufnahmen auch eher dumpf und nicht so fein, wie heutige Aufnahmen sonst – dafür aber sehr voluminös.

Wie dem auch sei, hier mal eins der Werke auf die Ohren! Geheimtipp: Erst die Studioversion anhören und dann folgende Liveversion anschalten. Ein unterschied wie Tag und Nacht!

 


Time means nothing – We are Scientists

Ich habe eine Entdeckung gemacht: We are Scientists!

Nein, wir alle sind keine Wissenschaftler, aber die Band, die sich diesen Namen ausgesucht hat ist einfach klasse. Die drei Amerikaner spielen seit 2000 im Genre ‚Indie-Rock‘. Das steht bei mir darum in Anführungszeichen, weil diese art von Musik, die hier gespielt wird nur sehr schwer einzuordnen ist. Aber ist auch egal. Die Musik macht gute Laune und ist schön anzuhören, vor allem an verregneten Tagen. Ihr aktuelles Album ist es im Übrigen auch wert, mal reinzuhören.

Darum jetzt eins ihrer Schönsten lieder in der Guitar Center-Version.


Open up your fruit cage! (Sledgehammer)

Mein Video des Tages ist definitiv Sledgehammer von Peter Gabriel – Live aus dem Jahr 1987.

Gezeigt hat mir das vor einer ganzen Weile mal ein Kommilitone – Das Video wurde damals in einer unglaublich hohen Qualität gefilmt und aufgenommen. Damit ist 1080p kein Problem.

Und auch ganz allgemein ist dieses Konzert der Himmel für jeden Technikbegeisterten – da unter dem Dach hängen die ersten Moving Heads, also digital gesteuerte Scheinwerfer mit sich bewegendem Kopf und veränderbaren Innereien. Die Mikrofonierung hatte eine unglaublich hohe Qualität! Damals waren Funkmikrofone noch nicht gerade an der Tagesordnung.

Auch die Mäntel hatten total Stil!

Dann geht es mit seiner Band gerade weiter: An der Schießbude sitzt Manu Katché, der später auf unzähligen Pop- und Rockalben zu hören sein wird.

An den Keyboards drückt David Sancious die Tasten, der auch schon mit Bruce Springsteen unterwegs war. Seine Instrumente sind vom feinsten: Kernstück bildet der Fairlight CMI Synthesizer, erster digitaler Synthesizer mit Sampling-Technik, angesteuert durch ein Yamaha KX88 Masterkeyboard. Nebenbei bemerkt: Der Fairlight war eins der ersten Geräte, die einen Touchscreen nutzten!

Gitarre spielt David Rhodes – der bis heute mit Peter Gabriel unterwegs ist. Er spielt auf einer damals ultra-stylishen und Innovativen kopflosen Steinberger, die custom für ihn angefertigt wurde. Sein Signal wandert durch unzählige Effekte und zwei Röhrentopteile, bevor es dann auf einem Stereo auflösenden und mikrofonierten Cabinet ausgespuckt wird.

Und zu guter letzt eine Koryphäe in ihrem gebiet: Tony Levin am Bass. Der Mann hat schon für Lou Reed, Pink Floyd und Alice Cooper eingespielt! Bis zu Jahrtausendwende war er neben Gabriel auch mit King Crimson unterwegs. Von ihm stammt auch die ‚Funk Fingers‘ genannte Bassspielweise, bei der man kurze Drumsticks nutzt.

Alles in allem also ein Personell Stark besetztes Konzert, das auch Technisch ordentlich was her macht!

 


Joe Bonamassa: New Track

Seit einiger Zeit bekannt ist ja, dass Joe Bonamassa im Septemer sein neuestes Album in die Plattenläden bringt. Außerdem ist eine Große Tour im Herbst mit einigen Stationen in Deutschland angesetzt!

Einen ersten Song aus seinem neuen Album hat er bereits vorab veröffentlicht. In ‚Different Shades Of Blue‚ zeigt Bonamassa einmal mehr seine musikalische Vielseitigkeit und stellt sein Können auf der Gitarre unter Beweis. Das Intro und einige Läufe auf einer 12-Saitigen Gitarre bilden eine Breite Basis, auf der er gekonnt aufbaut und ein zum Thema stimmiges Stück abliefert. Kritiker könnten jetzt behaupten, dass das für den bisher bekannten Bonamassa schon fast zu rund und zu wenig nach ‚Bona-Bluesrock‘ klingt. Das kann man so sehen. Andererseits ist es doch wundervoll, eine ständige Entwicklung an dem zu seinen Anfangszeiten doch recht ungeschliffenen Gitarristen zu sehen. Seine Art, Songs zu schreiben und einzuspielen ändert sich mit der Zeit. Mir persönlich gefällt das und imponiert das, gerade wenn man andere Beispiele aus der Szene betrachtet, die seit 20 Jahren nichts wirklich interessantes mehr auf den Markt gebracht haben, sondern immer noch an ihrem 60er Jahre Woodstock-Bild von sich selbst festhalten.

Bonamassa ist anders. Er erfindet sich immer wieder neu. Aber – und das ist auch wichtig – man merkt zunehmend, dass er zumindest beim Sound langsam angekommen ist. Man erkennt einfach einen Bonamassa, wenn man ihn hört. Das liegt zum einen vielleicht an seinem charakterischen Gibson-Marshall-Palmer Sound zum anderen aber definitiv an der Art, wie er seine Soli spielt, aufbaut und wie er die Übergänge und Fills spielt. Dieses Wiedererkennungsmerkmal muss man dann doch auch erst mal schaffen.

Jetzt aber erst mal viel Spaß beim hören!


Montreux at it’s Prime: Clarence Gatemouth Brown

Carlos Santana präsentierte 2004 ein Festival der Superlative! Carlos Santana presents: Blues at Montreux. Diese Konzertreihe hat es in sich. Mit Größen wie Buddy Guy, Bobby Parker und eben Clarence Gatemouth Brown erreicht er eine Liga, in der sonst nur Eric Clapton’s Crossroads Festival mitspielt.

Also jetzt Boxen auf 110% und 1 Stunde 11 Minuten feinsten Blues ohne viel Schnickschnack genießen!


Oh, the night life, ain’t no good life.

Ich glaube, ich habe mich gerade in ein Lied verliebt. Also, wenn so etwas überhaupt geht.

In Night Life, von der Black Rock – Platte aus der Bonamassa-Schmiede spielen Joe Bonamassa und B.B. King im Duett. Das Lied verbindet einfach perfekt die leicht unperfekte Art, in der B.B. King seine Revue zu spielen pflegt mit Bonamassas virtuosität und einer großen Portion guter Laune.

Zaubert jedem ein Lächeln auf die Lippen.


Happy Birthday, Chris Rea!

Heute hat einer der ganz Großen im Pop, Rock und Blues-Business Geburtstag. Chris Rea wird 63 Jahre alt.

Das ist nicht ganz selbstverständlich: 2000, kurz nach seinem Comeback wurde bei ihm Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert. Bei einer Operation in Deutschland lernte er eine junge Krebspatientin kennen, die folgen Satz sagte: „Wir tanzten jetzt beide auf einer steinigen Straße.“ – das führte ihn zu seinem Projekt „Stony Road“.

Auch musikalisch änderte ihn die Krankheit: Hat er früher doch erfolgreich Lieder irgendwo zwischen Pop und Rock gespielt, die selbst heute noch in jedem Radio rauf und runter laufen, hatte er doch nie die Musik eingespielt, die ihm wirklich am Herzen lag: Blues.

Sein größtes Idol ist übrigens B.B. King.

Nach seiner Genesung ging er 2006 noch auf eine letzte Tour, die ultimative Farewell-Tour, bei der er sowohl die alten Klassiker, die ihm nach wie vor noch am Herzen lagen neu aufgearbeitet, als auch einige seiner neuen Bluesigen und Jazzigen Stücke spielte. Sein „Allerletzes Konzert“ gab er dann in London.

Danach wurde es erst einmal ruhiger um ihn. Er veröffentlichte Best-of’s und auch eine Autobiographie und auch ein „Earbook“, eine art Musikalisches Erlebnisbuch, das nur zu empfehlen ist.

So ganz dem Musikerdasein und dem Tourleben kann er nach wie vor nicht entsagen: 2010 und 2012 ging er erneut auf tour. Außerdem gründete er zwei Bands: The Delmonts und The Hofner Blue Notes.

Es bleibt ihm nur zu wünschen, dass er weiterhin seine großartige Musik verbreitet, Menschen an den Blues heranführt und vielleicht noch einmal auf Tour gehen kann.

Hier ein Paradebeispiel für seinen Musikalischen Wandel: Road to Hell, auf seiner Abschiedstour in neuer Erarbeitung.


Farewell, Paco de Lucía

Mit nur 66 Jahren ist gestern ein großer in der Gitarristenwelt verstorben. Bereits im Alter von 5 Jahren lernte der Spanier die ersten Schritte auf der Gitarre.

Er spielte in der Hauptsache großartigen Flamenco und paarte diesen mit neuen Elementen aus u.a. Jazz oder Klassik. Seine Erfolge hatte er Vorwiegend in den 70er Jahren.

Oftmals wird er auch als „Großmeister des Flamenco“ gehandelt.


I’ll play the (sweetest) Blues for you

Was seit gestern Abend bei mit rauf und runter läuft:

Johnny Rogers feat. Gregor Hilden Band. Die Jungs sind top. Nicht nur in Sachen Blues, sondern auch, wenn es etwas Jazziger wird bleiben sie am Ball. Und wenn eine Jazzband Blues macht oder eine Bluesband Jazz, dann streut das immer ein – genau so wie hier – Instrumental top fit, dazu noch ein spitzen Gesang (Den die Band allerdings nicht zwingend nötig hat).

Sollte Gregor Hilden mit seiner Truppe jemals in eure Nähe kommen: Hin gehen! Seine Aktuellen Gigs findet ihr hier. Leider ist er nicht in absehbarer Zeit in meiner Nähe, aber irgendwann bestimmt.