Open up your fruit cage! (Sledgehammer)

Mein Video des Tages ist definitiv Sledgehammer von Peter Gabriel – Live aus dem Jahr 1987.

Gezeigt hat mir das vor einer ganzen Weile mal ein Kommilitone – Das Video wurde damals in einer unglaublich hohen Qualität gefilmt und aufgenommen. Damit ist 1080p kein Problem.

Und auch ganz allgemein ist dieses Konzert der Himmel für jeden Technikbegeisterten – da unter dem Dach hängen die ersten Moving Heads, also digital gesteuerte Scheinwerfer mit sich bewegendem Kopf und veränderbaren Innereien. Die Mikrofonierung hatte eine unglaublich hohe Qualität! Damals waren Funkmikrofone noch nicht gerade an der Tagesordnung.

Auch die Mäntel hatten total Stil!

Dann geht es mit seiner Band gerade weiter: An der Schießbude sitzt Manu Katché, der später auf unzähligen Pop- und Rockalben zu hören sein wird.

An den Keyboards drückt David Sancious die Tasten, der auch schon mit Bruce Springsteen unterwegs war. Seine Instrumente sind vom feinsten: Kernstück bildet der Fairlight CMI Synthesizer, erster digitaler Synthesizer mit Sampling-Technik, angesteuert durch ein Yamaha KX88 Masterkeyboard. Nebenbei bemerkt: Der Fairlight war eins der ersten Geräte, die einen Touchscreen nutzten!

Gitarre spielt David Rhodes – der bis heute mit Peter Gabriel unterwegs ist. Er spielt auf einer damals ultra-stylishen und Innovativen kopflosen Steinberger, die custom für ihn angefertigt wurde. Sein Signal wandert durch unzählige Effekte und zwei Röhrentopteile, bevor es dann auf einem Stereo auflösenden und mikrofonierten Cabinet ausgespuckt wird.

Und zu guter letzt eine Koryphäe in ihrem gebiet: Tony Levin am Bass. Der Mann hat schon für Lou Reed, Pink Floyd und Alice Cooper eingespielt! Bis zu Jahrtausendwende war er neben Gabriel auch mit King Crimson unterwegs. Von ihm stammt auch die ‚Funk Fingers‘ genannte Bassspielweise, bei der man kurze Drumsticks nutzt.

Alles in allem also ein Personell Stark besetztes Konzert, das auch Technisch ordentlich was her macht!

 


Lieblingsgitarre ist cool.

Les Paul - Kopf

Darf ich vorstellen? – Das ist Paula. Oder zumindest ihr Kopf.

Paula heißt mit vollem Namen eigentlich „Gibson Les Paul Standard 2008 HCS“. Den Namen fand ich dann doch etwas unpersönlich, also habe ich ihr Kurzerhand den klischeehaften Namen Paula gegeben (Weiblich, weil Les Paul, dem Schöpfer der Les Paul-Gitarren nachgesagt wird, den Body dem Körperbau einer Frau nachempfunden zu haben). Aber egal: Paula und ich sind gute Freunde geworden. Quasi mein ‚bestes Pferd im Stall‘.

Wie man es von einer standesgemäß Gibson erwarten kann bringt sie allerlei Finessen mit, die man meist zwar nicht unbedingt braucht, die das Leben aber einfacher machen. Und schöner. Aber fangen wir mit dem Namen an: Die Standard-Serie wird von Gibson alle paar Jahre in ‚limitierten‘ Auflagen neu aufgesetzt. Diese Gitarren standen schon des öfteren in der Kritik, da in ihnen keine fliegende Verdrahtung mehr ihren Dienst tut, sondern alles feinsäuberlich auf einer Platine verlötet ist, der ein paar Geeks wohl unterstellen, dass die den Klang einer Les Paul nachhaltig verfälscht. Ich kann nur für dieses Modell sprechen und sagen: gefällt mir!

Das ‚HCS‘ im Namen steht für ‚heritage cherry sunburst‘, ist also die Lackierung, die von einem etwas hellen Kirschrot außen in ein klassisches Sunburst innen übergeht. Was mir bei Gibson gefällt ist, dass hier noch mit Nitrolack gearbeitet wird. Das ist wirklich selten! Der Lack fühlt sich etwas weicher an und altert mit der Zeit merklich (was auf jeden Fall positiv aufzufassen ist), hat allerdings auch den Nachteil, dass es abplatzen kann, wenn er auf einem Kunststoff aufliegt oder anderen Materialien, die sich nicht vertragen. Zu erwähnen ist hier auch noch der Schlagschutz unten, der zwar mitgeliefert wird, den man aber nicht zwangsweise auch anschrauben (lassen) muss. Da ich selten mit Plektrum spiele, habe ich ihn weggelassen.

Die Potis, Humbucker und Mechaniken kommen in Chrom-Optik und sind wirklich wertig, ich habe noch keinen Kratzer reinbekommen. Besonders erwähnt seien hier die ‚Locking Grover‘-Mechaniken – ein Traum beim Saitenwechsel. Kein lästiges Gekurbel mehr!

Zu Paulas Sound: Egal mit welchem Equipment man sie spielt: sie überzeugt durch einen Klaren, warmen Klang, wie man ihn von einer Les Paul erwarten kann. Im Vergleich zu einer Les Paul Traditional oder einer älteren ist der klang wesentlich klarer und auch etwas stählern, wenn die Saiten das zulassen. Geschmackssache. Zu erwähnen sei hier noch die Bauartbedingte (mir wurde zugetragen, dass das bei ziemlich jeder Les Paul so sei) Inkontinenz ab dem 13. /14. Bund, hier weden wie bei nahezu jeder Les Paul die Töne vor allem im Cleansound etwas unrein. Wer also clean ein Solo jenseits von Gut und Böse oberhalb des 12. Bundes runterspielen möchte wird enttäuscht. Mit genug Zerre lässt sich das allerdings umgehen, wie Joe Bonamassa das so schön vormacht.

Ich bin auf jedenfall seit Jahren hin und weg vom einmaligen Spielgefühl, und dem wunderbaren Klang. Kein Wunder also, dass das meine Hauptgitarre ist.