Zum Tod des B.B. King.

„Am Ende des Konzerts verteilte B.B. noch einige goldene Plektren ans Publikum und winkte ein paar mal, bevor er dann seinen Mantel und Hut auf die Bühne gebracht bekam, sich gehfertig machte und – ohne sich noch mal umzudrehen – davon stapfte.“

Das sind meine Erinnerungen an das Ende eines brillanten Konzerts. Ich hatte das große Glück, ihn vor einiger Zeit in Frankfurt noch einmal erleben zu dürfen – was mir mein wunderbarer Vater ermöglicht hat.

Was bleibt ist sein Sound. Er sang sowohl mit seiner Stimme als auch mit seiner Gitarre gleichermaßen – und wenn auch kein Ton mehr aus dem Mund kam, man konnte seinem Gesichtsausdruck ansehen, dass er einfach nur die Darreichungsform seiner Musik geändert hatte. Er lebte jeden Ton voll aus.

Es existieren unzählige Dokumentationen und Artikel, in denen der schwere Weg vom einfachen Farmerjungen Riley zum König des Blues erläutert wird. Der Beste Film dazu ist definitiv Jon Brewer’s „Life of Riley“.

Auf diesem Werdegang lässt sich wohl auch sein Verhalten begründen: Dankbar, höflich und trotz allem auch bestimmt. Ich habe noch kein anderes Konzert erlebt, auf dem quasi jeder individuelle Musiker aus der Band hinter dem großen Namen nach einem noch so kleinen und unspektakulären Soloteil ein verschmitztes Grinsen, anerkennendes Nicken oder sogar eine Ankündigung – bzw. Abnahme bekam.

Und auch, wenn seine Lucille jetzt vielleicht auf ewig schweigt – Er hat zusammen mit ihr die Musik wie wir sie heute kennen nachhaltig geprägt. Genauso wie er auch mein Verständnis schöner Musik, wohliger Klänge und markanten Ausdrucks durch nur eine einzige Note geprägt hat. Er hat durch sein Verständnis von Musik gezeigt, dass nicht Geschwindigkeit und Seelenloses abarbeiten von Licks zählen. Es kommt auf das Herz und die Seele, mit denen jeder Ton bedacht wird, an.

Rest in Peace, my King of the Blues.


Oh, the night life, ain’t no good life.

Ich glaube, ich habe mich gerade in ein Lied verliebt. Also, wenn so etwas überhaupt geht.

In Night Life, von der Black Rock – Platte aus der Bonamassa-Schmiede spielen Joe Bonamassa und B.B. King im Duett. Das Lied verbindet einfach perfekt die leicht unperfekte Art, in der B.B. King seine Revue zu spielen pflegt mit Bonamassas virtuosität und einer großen Portion guter Laune.

Zaubert jedem ein Lächeln auf die Lippen.


Happy New Year!

Es ist 0:01 und somit: Feliz Navidad!

Und zwar Feliz Navidad mit ein paar Legenden: B.B. King, David Gilmor und Jools Holland mit einer kleinen Improvisation zum neuen Jahr! (Sehr lustig übrigens zu beobachten, wie Jools direkt zu B.B. stürzt, um ihm ein frohes neues Jahr zu wünschen)


Soundcheck: B.B. King

Er ist der ‚King of the Blues‘, hat an die hundert Tonträger veröffentlicht und laut dem ‚Rolling Stone Magazine‘ (dem ich eher mit Gemischten Gefühlen gegenüber stehe) ist er der drittbeste Gitarrist der Welt. Aber wie kommt eigentlich dieser unvergleichliche B.B. King-Sound zu stande?

Nun, als ich ihn letztes Jahr live sah, dachte ich mir, dass irgend ein mysteriöses Setup auf seinem Amp eingestellt ist – und der Amp auch was ganz besonderes ist. Ich war enttäuscht. B.B. verwendet schon lange einen recht gewöhnlichen Amp, einen LabSeries L5 (2×12″-Combo), auch wenn die heute nicht mehr allzu leicht aufzutreiben sind. Den gleichen hat Les Paul übrigens auch bevorzugt. Nach einem kurzen Blick auf die Settings wurde die Enttäuschung fast noch größer: Einfach alle Potis waren voll aufgerissen. Kreativ!

B.B. King und Lucille (2008) (c) bbking.com

Okay, am Amp kann es also nicht liegen, dass er so einen unvergleichlichen Klang hat. Gehen wir weiter zur Gitarre. B.B. King sieht man auf der Bühne eigentlich nie ohne seine Lucille (Bzw. einer seiner Lucilles). Zu dem Namen gibt es übrigens eine nette Anekdote, die er gelegentlich gern selbst erzählt: Er hatte einmal einen Gig in einer Bar mit seiner modifizierten ES335. Etwa in der Mitte des Konzerts ist dann ein Feuer ausgebrochen. Alle sind geflohen, und als B.B. (der eigentlich Riley heißt) draußen war musste er feststellen, dass er seine Gitarre vergessen hatte. Er ging also noch einmal in das Brennende Gebäude und rettete sie unter Einsatz seines Lebens. Später fand er heraus, dass das Feuer entstand, weil sich zwei Typen um eine Frau namens Lucille gestritten haben. Diesen Namen hat er seiner Gitarre vermacht.

Ich habe mich also nach dem Konzert mit zwei Bekannten unterhalten, die beide selbst eine Lucille haben, nur leider hatte ich bis dato nicht das Vergnügen, einmal eine anzuspielen. Es kam aber aus beiden Ecken im Grunde die gleiche Aussage: Aus der Gitarre kommt so viel Pegel raus, dass sie dem Amp quasi ihren Sound aufdrückt – und sich von Haus aus verzerrt. Kombiniert mit dem absichtlich unperfekten Spielstil mit nur halbgaren Bendings und der Ruhe, mit der er spielt, ergibt das genau seinen Sound. Viele Fans meinen auch, ihn an nur einem einzigen Ton zu erkennen (In der Regel ist damit gemeint, wie er das hohe Fis spielt). Da kann ich nur zustimmen!

Rätsel gelöst. Achja, Saiten: B.B. verwendet offiziell natürlich seine Signature Saiten von Gibson.

Am Ende des Konzerts verteilte B.B. King übrigens noch goldene Plektren ans Publikum, bevor er dann seinen Mantel und Hut auf die Bühne gebracht bekam, sich gehfertig machte und – ohne sich noch mal umzudrehen – davon stapfte.