Joe Bonamassa: New Track

Seit einiger Zeit bekannt ist ja, dass Joe Bonamassa im Septemer sein neuestes Album in die Plattenläden bringt. Außerdem ist eine Große Tour im Herbst mit einigen Stationen in Deutschland angesetzt!

Einen ersten Song aus seinem neuen Album hat er bereits vorab veröffentlicht. In ‚Different Shades Of Blue‚ zeigt Bonamassa einmal mehr seine musikalische Vielseitigkeit und stellt sein Können auf der Gitarre unter Beweis. Das Intro und einige Läufe auf einer 12-Saitigen Gitarre bilden eine Breite Basis, auf der er gekonnt aufbaut und ein zum Thema stimmiges Stück abliefert. Kritiker könnten jetzt behaupten, dass das für den bisher bekannten Bonamassa schon fast zu rund und zu wenig nach ‚Bona-Bluesrock‘ klingt. Das kann man so sehen. Andererseits ist es doch wundervoll, eine ständige Entwicklung an dem zu seinen Anfangszeiten doch recht ungeschliffenen Gitarristen zu sehen. Seine Art, Songs zu schreiben und einzuspielen ändert sich mit der Zeit. Mir persönlich gefällt das und imponiert das, gerade wenn man andere Beispiele aus der Szene betrachtet, die seit 20 Jahren nichts wirklich interessantes mehr auf den Markt gebracht haben, sondern immer noch an ihrem 60er Jahre Woodstock-Bild von sich selbst festhalten.

Bonamassa ist anders. Er erfindet sich immer wieder neu. Aber – und das ist auch wichtig – man merkt zunehmend, dass er zumindest beim Sound langsam angekommen ist. Man erkennt einfach einen Bonamassa, wenn man ihn hört. Das liegt zum einen vielleicht an seinem charakterischen Gibson-Marshall-Palmer Sound zum anderen aber definitiv an der Art, wie er seine Soli spielt, aufbaut und wie er die Übergänge und Fills spielt. Dieses Wiedererkennungsmerkmal muss man dann doch auch erst mal schaffen.

Jetzt aber erst mal viel Spaß beim hören!


Santana’s Ultimate Fail

Mit Santanas Ultimate Santana wurde vor einiger Zeit ein „Grandioser“ Rückblick über eine „Unglaubliche“ Karriere eines „außergewöhnlichen Künstlers“ gefeiert und beworben, den Kritiken nach zu urteilen.
Ich lehne dieses Urteil ab. Die Luft ist schlicht und ergreifend raus!

Das gefühlt 1000. Best of Santana-Album macht nichts besser oder nichts neuer.
Es ist ein Rückblick auf eine Karriere, die auf Woodstock basiert – und sich ab da auch nicht mehr weiter entwickelt hat.
Der ultimative Santana-Sound ist bei genauerem hinhören immer der gleiche fette, unpräzise Zerrsound. Die Licks sind unverändert gleich, und teilweise auch sowieso viel zu stark von Hendrix beeinflusst.

Klar – dafür ist Santana berühmt. Und um ganz ehrlich zu sein muss ich mir auch eingestehen, dass ich ihn für den Wiedererkennungswert schätze und mich auch hin und wieder freue, wenn Santana im Radio in irgend einer Kitsch-semi-poprock-nummer im Hintergrund werkelt.

Und da sind wir schon beim nächsten Punkt: Es kommt einfach nichts neues. Diese vielen Best-of-Alben sind ja schön und gut, aber auf lange Sicht ruht er sich für meinen Geschmack zu sehr auf dem Erfolg von Samba Pa Ti und Konsorten aus – und bei bereits geschriebenen Liedern noch das Bonusfeature zu geben, das ist auch auf Dauer wenig innovativ.

Als ich mich das erste mal durch Ultimate Santana gehört hatte war ich doch leicht sehr erstaunt, wie sehr er in die Pop-Richtung abgedriftet ist.
Und bei Klassikern wie Oye Como Va macht er auch einen eher halbherzigen Job. Er spielt mit viel Gefühl, keine Frage. Aber er überdreht das ganze etwas, stiftet Unruhe, wo sie nicht hingehört und macht aus einem gut gemeinten Perkussiven Mahlwerk auch stellenweise einfach Matsch. Und auch auf seinem neuen Album Shape Shifter macht er nicht all zu viel besser..´

Warum füllt er also dennoch sämtliche Hallen? Nun, genau sagen kann das wohl keiner.
Aber man kann ja mal mutmaßen. Zum einen hat allein schon der Name Santana eine unglaubliche Tragweite und Resonanz. Jeder kennt ihn.
Zum anderen stehen viele Zuhörer und Fans auch einfach auf seine Klassiker. Auf Samba Pa Ti und Oye Como Va, auf Black Magic Woman, Maria Maria, Europa und und und. Ich selbst habe ihn auch schon life sein Programm runterspielen sehen – und live macht er einfach eine gute Stimmung.

Abschließend halten wir also fest, dass Ultimate Santana eher ein Griff ins Klo war – und der Meister sich mal wieder neuen Herausforderungen stellen und aus seinem Woodstock-Trip herauskommen sollte!


iRig – Secret Weapon

Yes, i did it! Ich habe mir nach langem zögern nun ein iRig zugelegt. Genauer gesagt ein iRig Stomp – Jetzt kann ich auch ein paar Worte dazu schreiben.

Zunächst: Das iRig Stomp kommt in einem sehr wertigen Metallgehäuse in der passenden Größe eines Bodentreters, macht sich also gut auf dem Pedalboard. Der Zentrale Knopf ist ein True-Bypass-Schalter, also kann ich den iRig jederzeit aus dem Signalweg herausnehmen ohne dafür den Sound büßen zu lassen oder das ganze Gerät auszubauen.

Anschlüsse sind vielfältig vorhanden. Ein Input und 9V-Anschluss auf der Rechten Seite, Üben Kopfhörer und iPad-Anschluss, Links Mono bzw. Stereo-Output. Der Mono-Output (L) ist von der Impedanz auch für den Anschluss an weitere Effektgeräte oder den Amp optimiert. Was mir nicht gefällt: Sobald die App abstürzt oder man versehentlich aus ihr raus wechselt oder ein Dialogfenster öffnet reißt der Sound ab. Schade, ich hätte mir einen Intelligenten Bypass gewünscht oder die Möglichkeit, die App im Hintergrund laufen zu lassen!

Macht sich ganz gut im Pedalboard

Macht sich ganz gut im Pedalboard

Kommen wir zum Sound. Ich bin mittelzufrieden – die Amplitube-App liefert gegen happige 18€ eine schon Brauchbare menge an Amps und Effekten und eine Intuitive Bedienung. Auch über Garageband lässt sich da was realisieren, allerdings ist das für Live eher ungeeignet. Manko: Relativ hohes Grundrauschen und einiges an Pegeleinbuße. Und einige Amps und Zerren klingen mehr nach Konserve als nach Amp. Übrigens nochmal zu den Kosten: Jedes weitere simulierte Gerät kostet (natürlich) mintestens 2,69€ drauf. Achso, bevor man sich die App kauft, gut überlegen, ob man das Gerät lieber mit dem iPhone oder lieber mit dem iPad nutzen möchte. Wenn man die 18€ nämlich ins iPad investiert ist die App nicht fürs iPhone verfügbar: da muss man dann noch mal 18€ zahlen.

Dagegen muss ich sagen, dass es, wenn man es richtig einsetzt doch ein Plus auf den Sound setzt – und es macht Spaß, zu experimentieren, ohne das Gemecker von Nachbarn – denn der Kopfhörerausgang ist eine Freude!

Abschließend kann ich das Teil also nur bedingt empfehlen, für den ambitionierten Hobbygitarristen ist das System durchaus brauchbar und verspricht einiges an Spaß, kostet dank konsequent unfairem Geschäftsmodell im Appstore aber auch deutlich mehr als man sich am Anfang denkt.


Tuning is King.

Die Auswahl des richtigen Stimmgerätes ist nicht einfach – und auf keinen Fall unerheblich! Denn eine schlecht gestimmte Gitarre kann einem den Sound ordentlich vermiesen. Auch problematisch wird es, wenn man mit einem zweiten Gitarristen zusammenarbeitet, denn wenn die Stimmgeräte nicht das gleiche anzeigen stimmen die Gitarren vielleicht ja in sich – aber nicht miteinander. Das Ergebnis ist aber in beiden Fällen gleich: irgendwas stimmt nicht, und das hört das musikalisch geschulte Ohr einfach. Nun, prinzipiell kann ich zuallererst raten wenn man zu Zweit (oder mehr) Gitarre spielt: bevor man loslegt 5 Minuten Zeit nehmen, eine der beiden Gitarren Stimmen und die andere dann immer in Relation zur ersten Stimmen. So wurde mir das auch beigebracht.

Wenn man allein spielt oder Live-Konzerte, bei denen man bekanntlich ja eher nicht mal kurz alles unterbrechen, das Publikum um ruhe bitten und schnell durchstimmen kann, wird das ganze dann aber schon etwas trickreicher!

Das edelste System das ich bisher gesehen habe steckt in der Gibson Robot GuitarDiese Gitarre stimmt sich auf Knopfdruck mit der Hilfe kleiner Servomotoren selbst und sieht auch noch wirklich edel aus. Diese Technologie kommt allerdings nicht aus Amerika, sondern aus Hamburg. Genauer von der Firma Tronical, die auch eigene Entwicklungen in ihrem Onlinestore verkaufen: Prinzipiell das selbe System, allerdings nicht wie bei Gibson von Haus aus schön im Korpus der Gitarre versteckt und über einen Tone-Regler steuerbar, sondern als Upgrade in verschiedenen Bauformen ausgeführt: Einfach alte Mechaniken abschrauben und neue dran. Gesteuert wird das Ganze dann durch einen Schwarzen Kasten zwischen den Mechaniken oder den bekannten Poti, je nach gewähltem System. Ganz billig ist der Spaß allerdings nicht, ist also auch immer eine Ermessensfrage.

Die wesentlich einfachere aber nicht zwangsweise günstigere Alternative geht über das klassische Stimmgerät, entweder als ‚Tretmine‘ (Pedal) oder eben zum umstöpseln, wobei letztere Geräte auch eher weniger live-Tauglich sind. Wichtig ist es hier allerdings, sich mit seinem/n Kollegen abzusprechen, denn es gibt von Stimmgerät zu Stimmgerät geringfügige bis gravierende Unterschiede, je nach Preis und Hersteller. Zu diesen Unterschieden zählen neben den Üblichen Verdächtigen (Verarbeitung, Lebensdauer) auch zum Einen die ‚Frequenztreue‘ (Ich bin kein Physiker oder Elektrotechniker, darum nenne ich das jetzt einfach so) des Gerätes, also die Präzision, mit der Gestimmt werden kann und der Toleranzbereich, den das Gerät hat, denn exakt 440Hz (A-Saite) wird man wohl nie ganz erreichen. Nette Alternative am Rande: Die Telekom hat ihr Freizeichen auf exakt 440 Hz eingestellt – also einfach beim Telefonieren die A-Saite stimmen und hoffen, dass der Angerufene nicht zu früh den Hörer abnimmt. Aber zurück zum Thema.

Um hier Diskrepanzen zu vermeiden, empfiehlt es sich, das Stimmgerät zu allererst natürlich ausgiebig zu testen (auch nach Gehör und mit anderen vergleichen) und letztendlich dann die verwendeten Geräte auf einander abzustimmen. Okay, bei einem Rockkonzert wird es vermutlich niemanden Jucken, wenn die E-Saite des Leadgitarristen nicht zu 100% mit der des 2. Gitarristen übereinstimmt, aber es hat doch Gewicht.

Zum Anderen noch der für mich wesentlich nervtötendere Faktor: Die Zeit, die das Gerät braucht, um auf eine angeschlagene Saite anzusprechen und sich einzupendeln. Wenn das zu lang dauert nervt das natürlich ungemein, gerade wenn man live mal schnell durchstimmen möchte. Außerdem hat auch das Auswirkungen darauf, wie präzise man stimmt, denn wenn eine Saite schon wieder am ausklingen ist und man gefühlte 1000x anschlagen muss, kann man einfach nicht gut stimmen.

Im Vergleich: Alter Fender gegen Polytune Mini.

Im Vergleich: Alter Fender gegen Polytune Mini.

Bei den Bodentretern gibt es inzwischen eine neue ‚Art‘ Stimmgerät: Die Polyphonen Stimmgeräte. Man schlägt einfach alle Saiten an und das Gerät sagt einem dann, welche Saite wie stark verstimmt ist, und man kann dann noch mal einzeln durchstimmen.

Ich habe lange auf meinen alten und robusten Fender Bodentreter vertraut und habe ihn immer noch in der Hinterhand, habe allerdings inzwischen auf das TC Electronic Polytune Mini umgesattelt, weil es sowohl mehr kann, als auch um Platz zu sparen, denn mein Pedalboard ist auch nicht unendlich groß. Für Unterwegs gibt’s dann noch die Passende iPhone-App.

Die Stimmgeräte von TC Electronic kann ich nur uneingeschränkt empfehlen, im Vergleich zum Klassiker von Korg Setzen die Geräte sogar noch mal einen Drauf und sind angenehmer in der Handhabe.

Es lässt sich also relativ leicht erkennen, dass gerade das Stimmgerät in lauten Umgebungen einen Sehr hohen Stellenwert im Pedalboard hat und man das auch entsprechen Budgetieren und auf keinen Fall daran geizen sollte!


Because cable matters.

Heute ist eine Lieferung mit viel neuem ‚Spielzeug‘ eingetroffen. Neben dem Standardpaket Saiten habe ich aber auch ein neues Kabel geordert. Das klingt jetzt erst mal nach nichts besonderem und schon gar nicht so, als ob es einen Wert hätte, darüber zu schreiben. Hat es aber!

Eines der ersten Dinge, die ich in der Veranstaltungstechnik gelernt habe: Das Kabel macht keinen – gar gar gar keinen niemals niemals und wenn es vorher Frösche vom Himmel regnet nie einen – Unterschied.

Falsch.

Naja, teilweise richtig. Bei niederohmigen Signalen, wie sie in der Veranstaltungstechnik vorrangig Verwendung finden, kann man eigentlich keine großen Rückschlüsse auf das Kabel ziehen, solange nicht gerade irgendwo ein Wackelkontakt ist, der Stecker nicht korrekt verlötet, der Querschnitt nicht ausreichend oder die Schirmung fehlerhaft ist. Das klingt jetzt schwieriger als es eigentlich ist. Aber alle diese möglichen Probleme verursachen wenn dann einen Totalausfall oder hörbare Störgeräusche.

Bei hochohmigen Signalen – wie bei einer Gitarre der Fall, sieht das theoretisch zwar gleich, praktisch aber anders aus.

Mein neues Kabel der Wahl – von der Gitarre ins Pedalboard – is das Fender Custom Shop Angled Jack Winkelstecker, weil das an einer Les Paul einfach besser funktioniert, gerade da die Klinkenbuchse verriegelt.

Cordial vs. Fender

Fender vs. Cordial

Was ist an dem Kabel also so besonders? Nun – das Kabel ist mit Tweed und Gummi ummantelt. Vorteil am Tweed: kein physisches Gedächtnis – keine Wickelspuren, Knicke und lebenslange Garantie (und mal eine etwas andere, edlere Optik)! Die Stecker sind ausnahmsweise nicht von Neutrik, sondern sauber verarbeitete Stecker, sogar mit Fender Custom Shop-Logo. Die Zugentlastung scheint sehr gut zu sein und der Stecker sitzt wirklich gut. Die Überraschung: Der Klang ist voluminöser und die Höhen etwas brillianter. Es handelt sich im Vergleich zu meinen Cordial und Sommer-Kabeln zwar nur um Nuancen. Aber dennoch hörbare Nuancen. Der Preis ist in Ordnung, gibt teurere.

Fazit: Wieder eimal gelernt, nicht am Kabel zu sparen, aber doch immer ein Augenmerk auf den Preis zu haben. Joe Bonamassa verwendet übrigens Klotz Kabel.


Joe Bonamassa: Live at the Vienna Opera House

Ich werde, wenn ich den Namen Joe Bonamassa erwähne, viel zu häufig gefragt: „Äh… Joe Bona..wer!?“ – Schade. Denn dieser Kerl Kann einfach Gitarre spielen. Wieder einmal stellt er das in seinem neuen Live-Album „An Acoustic Evening At The Vienna Opera House“ eindrucksvoll unter Beweis. Ich konnte mir das Ganze schon vor dem Veröffentlichungstermin (26. März) einmal anhören.

Album-Cover

Das gesamte Album ist prinzipiell als ‚Unplugged‘ zu verstehen – nur ohne den bekannten Musiksender dahinter. Wer Joe Bonamassa einmal live erlebt hat, der weiß, dass er gern mal auf einer Akustikgitarre ‚die Sau raus lässt‘ (An dieser Stelle sei insbesondere auf ‚Woke up Dreaming‘ verwiesen, wohl das Aushängeschild schlechthin) – und genau das tut er auch hier! Unterstützt von Gerry O’Connor an Banjo und Geige, Mats Wester an der Mandoline, Arlan Schierbaum (Mit dem er zur Zeit auch um die Welt tourt) an Akkordeon, Piano und Glockenspiel und Lenny Castro als Perkussionist reißt er seine besten Songs neu auf: Mal anstatt Synthieklängen lieber etwas Geige? Kein Problem! Anstatt verzerrter E-Gitarre lieber etwas Mandoline? Kannste haben! In Stücken wie ‚Around the Bend‘ oder ‚Richmond‘ wird bald schon Mark Knopfler Konkurrenz gemacht, und auch Fans der Slidegitarre werden spätestens in ‚From the Valley‘ auf ihre Kosten kommen. Natürlich darf auch das obligatorische Eric Clapton (bzw. Robert Johnson) Cover nicht fehlen, was er auch dieses Mal wieder bravourös mit ‚Stones in My Passway‘ zum Besten gibt.

Wie immer steht also nicht nur Joe Bonamassa drauf – es ist auch Joe Bonamassa drin. In den Insgesamt 21 Songs umfasst er die gesamte Bandbreite seiner bisherigen Werke. Manchmal kommt das auch etwas schleppend daher, da stellenweise etwas Pfeffer fehlt und natürlich kein Vergleich zu seinen bisherigen Live-Performances ist, aber anhören lohnt sich auf jeden Fall!

Abschließend hier noch der Offizielle Trailer auf seinem Youtube-Kanal. Go get it!