Goodbye, Jack.

Gestern ist Jack Bruce verstorben.

Genau, der ‚von Cream‘. Aber nicht nur während seiner Cream-Zeit war er erfolgreich. Bereits vor Cream tourte er mit John Mayalls Bluesbreakers und mit Manfred Mann. Nach Cream ging er zusätzlich noch in die Jazz-Szene. Auch bildete er zusammen mit seinem alten Cream-Kollegen Ginger Baker und Gary Moore das Power-Trio BBM (Daher wohl der Name), dessen Aufnahmen man sich definitiv zu Gemüte geführt haben sollte. Auch arbeitete er mit Größen wie Frank Zappa oder Lou Reed.

Eric Clapton postete auf Facebook ein Clyp-Audio, das mit dem Hashtag #ForJack gekennzeichnet ist. Hier spielt er nur Gitarre und Summt. Doch man merkt, dass es von Herzen kommt – und in unserer heutigen Zeit der durchdesignten Musik ist das selten geworden.

Als 2005 Cream für vier Konzerte eine Reunion Zelebrierte, hatte Bruce erst eine Lebertransplantation überstanden. Ginger Baker litt an Arthrites. Darum soll Clapton auch zugestimmt haben. Die 4 ausverkauften Konzerte wurden ein Erfolg. Darum nun als Abschluss mein persönliches Lieblingslied dieses Power-Trios, Gesungen von Jack Bruce und Eric Clapton.

Rest in Peace, Jack.


Time means nothing – We are Scientists

Ich habe eine Entdeckung gemacht: We are Scientists!

Nein, wir alle sind keine Wissenschaftler, aber die Band, die sich diesen Namen ausgesucht hat ist einfach klasse. Die drei Amerikaner spielen seit 2000 im Genre ‚Indie-Rock‘. Das steht bei mir darum in Anführungszeichen, weil diese art von Musik, die hier gespielt wird nur sehr schwer einzuordnen ist. Aber ist auch egal. Die Musik macht gute Laune und ist schön anzuhören, vor allem an verregneten Tagen. Ihr aktuelles Album ist es im Übrigen auch wert, mal reinzuhören.

Darum jetzt eins ihrer Schönsten lieder in der Guitar Center-Version.


Orchestral Manoeuvres In The Dark against dark days.

Wer kennt das nicht. Ein Tag, an dem alles mies lief. Schlechte Nachricht bekommen, Auto steht noch einen Tag länger in der Werkstatt. Du standest eine Ewigkeit im Stau und an sich lief der Tag auch sonst eher suboptimal.

Dann kommt man doch gern heim und hört gern gute Musik.

Aber was eigentlich? Depri-Kram, um den Tag zu reflektieren? Totkomprimierten POP-Kram, um die Laune noch zu verschlechtern? Nein! Irgendwas cooles.

Heute war es bei mir OMD – oder Orchestral Manoeuvres In The Dark – Die aus vier Mann bestehende Band gründete sich 1978 und löste sich ende der neunziger zwar auf, tourt aber seit 2006 erneut zusammen.

Die Band wurde durch ihren innovativen Einsatz der Technisch modernsten Synthesizer weltbekannt. Technische Details spielen jetzt aber erst mal keine Rolle. Musik ab!

 

 


Werbung auf Spotify – oder: Im Ernst jetzt?

Jeder, der aus welchen Gründen auch immer nicht in den Genuss von Spotify Premium kommen kann, der kennt das bestimmt: Es ist Sonntag Abend, man hockt gerade entspannt auf der Couch oder auf dem Balkon und lässt irgend eine entspannte Musik von dem super coolen Künstler, den man vor ein paar Tagen entdeckt hat im Hintergrund von Spotify wiedergeben, denn wer kauft sich heute schon noch Musik, die zwar cool ist, aber so cool dann auch wieder nicht.

Da man ja kein Premium hat, werden einfach zufällig zwischen den Liedern Werbanzeigen eingespielt. Nun kennt man ja den Modernen Mythos, dass das Internet – bzw. die Werbeanbieter wie Google – Verhaltensmuster analysieren, Verläufe auswerten, Protokolle und Profile erstellen, Intelligent die Psyche durchleuchten und hochkomplexe Algorithmen über alle erfassten Daten zur verwendeten IP-Adresse, MAC-Adresse, den gespeicherten Cookies und den Personenbezogenen Daten über andere Tracking-Verfahren laufen lassen, um die den Benutzer einer oder mehreren Zielgruppen zuzuordnen und einem so nach Tageszeit und Aktivitätprofil angepasst mittels Werbung zu suggerieren, dass es mal wieder Zeit wäre, dies und das direkt online zu kaufen. – Das ist der Mythos der Intelligenten Werbung, des Web 2.0, wenn nicht sogar des Web 3.0.

Bei Spotify ist das alles noch nicht angekommen.

Da läuft munter während ich meinen sweeten Blues höre auf einmal Werbung für den grenzdebilsten Ballermann-Schwachsinn.

SpotifyEntweder hat Spotify einfach noch nicht verstanden, was Zielgruppenorientierte Werbung bedeutet und macht die Anzahl bzw. Häufigkeit der Werbeeinblendungen allein am vom Kunden definierten Kontingent fest – oder, und das denke ich persönlich, ist die wahrscheinlichere Alternative, es will ich einfach nur bis in den Haaransatz damit nerven. Denn mal im Ernst: jeder ist sich selbst der nächste, und das gilt auch und vor allem in der heutigen Zeit für Unternehmen. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen und behaupte, dass die Spotify-Software weiß, was für Musik ich gerade höre und was mich am meisten nerven würde, was der aufdringlichste, lauteste und unpassendste Werbespot ist.

Und warum macht die Software das? Natürlich. Spotify will vielleicht schon, dass die Werbeanzeige Klicks bekommt. Vor allem will Spotify aber, dass ich ein Premium-Abonnement abschließe und das Geld in das Unternehmen investiere. Spotify will weiter bestehen. Spotify will seinen Kundenstamm ausbauen. Also muss Spotify mich ja davon überzeugen, dass Premium gut ist.

Warum mag ich Spotify nicht und hole mir auch kein Premium?

Ich möchte die Musik zu meiner Verfügung haben. Unabhängig von Verträgen mit Unternehmen. Ich kaufe mir die Lieder meistens als Download oder CD, auf jeden Fall landet sie aber früher oder später in meinem iTunes Match und ist so unkompliziert auf allen meinen Geräten. Ohne Streaming aus dem Internet also ohne Internet-Zwang und ohne das Risiko, dass der Song morgen nicht mehr zur Verfügung steht. Und vor allem ohne eher mittelmäßig programmierte Software, die meinen Computer als Medienserver missbraucht und meine Inhalte der Wolke und andern Clients zur Verfügung stellt.

Darum beiße ich in den Sauren Apfel und kaufe mir die Musik auch einfach. Und so habe ich auch die Selektierung schon getroffen. In meiner Musikdatenbank ist nur die Musik, die mir auch etwas wert ist. Nicht einfach alles, wie in Spotify. Und egal, welches Lied ich gerade starte: Ich mag es. Und es war mir (in 90% der Fälle) das Geld Wert.


Baker Street is everywhere you want.

Gerry Rafferty arbeitet, nachdem er seine Band Stealers Wheel 1975 verlassen hatte, an einer Solo-LP.

Rafferty Pendelte zu dieser Zeit oft zwischen Glasgow und London. In London traf er sich häufig mit seinen Musikerkollegen in der Baker Street. Nach eben dieser Straße benannte Rafferty dann das zweite Lied der LP, Baker Street. Das ist übrigens eben die Baker Street im Stadtteil Westminster, in der auch etwa hundert Jahre zuvor die Geschichten des Sherlock Holmes und seines Assistenten Dr. Watson spielen.

Das Markante Saxofonsolo wurde von Raphael Ravenscroft eingespielt, der für seine Arbeit lediglich 27 Pfund erhalten sollte, doch selbst dieser Scheck platzte. Die schlichteren Gitarrenparts wurden von Hugh Burns eingespielt.

Das Lied erschien auf dem Album City to City an zweiter Stelle und wurde als Single ausgekoppelt.

Baker Street erreichte in den USA platz 2 der Billboard Hot 100 und Platz 3 der britischen und deutschen Singlecharts.

4 Monate nach seiner Veröffentlichung wurde Baker Street mit einer Goldenen Schallplatte ausgezeichnet.

Die Singleauskopplung sowie das Album machten Rafferty Finanziell unabhängig. Bis zu seinem Tod im Januar 2011 bekam er jährlich rund 80.000 Pfund Tantiemen.

Das Lied wurde unter anderem von den Foo Fighters oder der Britischen Pop-Band Undercover Gecovert. Ein Hierzulande bei der jüngeren Generation bekanntes Cover kommt von dem Deutschen DJ-Duo Michael Mind. Ob ich das Cover mag? – Näh. Leider hat sich gerade der eigentlich markante Saxofonteil durch derartige Coverversionen und andere Poplieder, die auch darauf aufbauen etwas totgehört.


Open up your fruit cage! (Sledgehammer)

Mein Video des Tages ist definitiv Sledgehammer von Peter Gabriel – Live aus dem Jahr 1987.

Gezeigt hat mir das vor einer ganzen Weile mal ein Kommilitone – Das Video wurde damals in einer unglaublich hohen Qualität gefilmt und aufgenommen. Damit ist 1080p kein Problem.

Und auch ganz allgemein ist dieses Konzert der Himmel für jeden Technikbegeisterten – da unter dem Dach hängen die ersten Moving Heads, also digital gesteuerte Scheinwerfer mit sich bewegendem Kopf und veränderbaren Innereien. Die Mikrofonierung hatte eine unglaublich hohe Qualität! Damals waren Funkmikrofone noch nicht gerade an der Tagesordnung.

Auch die Mäntel hatten total Stil!

Dann geht es mit seiner Band gerade weiter: An der Schießbude sitzt Manu Katché, der später auf unzähligen Pop- und Rockalben zu hören sein wird.

An den Keyboards drückt David Sancious die Tasten, der auch schon mit Bruce Springsteen unterwegs war. Seine Instrumente sind vom feinsten: Kernstück bildet der Fairlight CMI Synthesizer, erster digitaler Synthesizer mit Sampling-Technik, angesteuert durch ein Yamaha KX88 Masterkeyboard. Nebenbei bemerkt: Der Fairlight war eins der ersten Geräte, die einen Touchscreen nutzten!

Gitarre spielt David Rhodes – der bis heute mit Peter Gabriel unterwegs ist. Er spielt auf einer damals ultra-stylishen und Innovativen kopflosen Steinberger, die custom für ihn angefertigt wurde. Sein Signal wandert durch unzählige Effekte und zwei Röhrentopteile, bevor es dann auf einem Stereo auflösenden und mikrofonierten Cabinet ausgespuckt wird.

Und zu guter letzt eine Koryphäe in ihrem gebiet: Tony Levin am Bass. Der Mann hat schon für Lou Reed, Pink Floyd und Alice Cooper eingespielt! Bis zu Jahrtausendwende war er neben Gabriel auch mit King Crimson unterwegs. Von ihm stammt auch die ‚Funk Fingers‘ genannte Bassspielweise, bei der man kurze Drumsticks nutzt.

Alles in allem also ein Personell Stark besetztes Konzert, das auch Technisch ordentlich was her macht!