Zum Tod des B.B. King.

„Am Ende des Konzerts verteilte B.B. noch einige goldene Plektren ans Publikum und winkte ein paar mal, bevor er dann seinen Mantel und Hut auf die Bühne gebracht bekam, sich gehfertig machte und – ohne sich noch mal umzudrehen – davon stapfte.“

Das sind meine Erinnerungen an das Ende eines brillanten Konzerts. Ich hatte das große Glück, ihn vor einiger Zeit in Frankfurt noch einmal erleben zu dürfen – was mir mein wunderbarer Vater ermöglicht hat.

Was bleibt ist sein Sound. Er sang sowohl mit seiner Stimme als auch mit seiner Gitarre gleichermaßen – und wenn auch kein Ton mehr aus dem Mund kam, man konnte seinem Gesichtsausdruck ansehen, dass er einfach nur die Darreichungsform seiner Musik geändert hatte. Er lebte jeden Ton voll aus.

Es existieren unzählige Dokumentationen und Artikel, in denen der schwere Weg vom einfachen Farmerjungen Riley zum König des Blues erläutert wird. Der Beste Film dazu ist definitiv Jon Brewer’s „Life of Riley“.

Auf diesem Werdegang lässt sich wohl auch sein Verhalten begründen: Dankbar, höflich und trotz allem auch bestimmt. Ich habe noch kein anderes Konzert erlebt, auf dem quasi jeder individuelle Musiker aus der Band hinter dem großen Namen nach einem noch so kleinen und unspektakulären Soloteil ein verschmitztes Grinsen, anerkennendes Nicken oder sogar eine Ankündigung – bzw. Abnahme bekam.

Und auch, wenn seine Lucille jetzt vielleicht auf ewig schweigt – Er hat zusammen mit ihr die Musik wie wir sie heute kennen nachhaltig geprägt. Genauso wie er auch mein Verständnis schöner Musik, wohliger Klänge und markanten Ausdrucks durch nur eine einzige Note geprägt hat. Er hat durch sein Verständnis von Musik gezeigt, dass nicht Geschwindigkeit und Seelenloses abarbeiten von Licks zählen. Es kommt auf das Herz und die Seele, mit denen jeder Ton bedacht wird, an.

Rest in Peace, my King of the Blues.



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