Talkbox-Action

Peter Frampton ist ja für seine Talkbox und sein mehr als aufwändiges Equipment bekannt – aber das Ergebnis spricht einfach Bände. Ein Gear-Run bei Peter Frampton ist zwar in Planung, aber dauert noch. Bis dahin: Enjoy!


Mad funky Drummer.

Mal wieder ein wenig Funk für einen guten Start in den Tag?

Kein Problem! (Übrigens erkennt man einen guten Drummer nicht daran, wie schnell er spielt.)


Tuning is King.

Die Auswahl des richtigen Stimmgerätes ist nicht einfach – und auf keinen Fall unerheblich! Denn eine schlecht gestimmte Gitarre kann einem den Sound ordentlich vermiesen. Auch problematisch wird es, wenn man mit einem zweiten Gitarristen zusammenarbeitet, denn wenn die Stimmgeräte nicht das gleiche anzeigen stimmen die Gitarren vielleicht ja in sich – aber nicht miteinander. Das Ergebnis ist aber in beiden Fällen gleich: irgendwas stimmt nicht, und das hört das musikalisch geschulte Ohr einfach. Nun, prinzipiell kann ich zuallererst raten wenn man zu Zweit (oder mehr) Gitarre spielt: bevor man loslegt 5 Minuten Zeit nehmen, eine der beiden Gitarren Stimmen und die andere dann immer in Relation zur ersten Stimmen. So wurde mir das auch beigebracht.

Wenn man allein spielt oder Live-Konzerte, bei denen man bekanntlich ja eher nicht mal kurz alles unterbrechen, das Publikum um ruhe bitten und schnell durchstimmen kann, wird das ganze dann aber schon etwas trickreicher!

Das edelste System das ich bisher gesehen habe steckt in der Gibson Robot GuitarDiese Gitarre stimmt sich auf Knopfdruck mit der Hilfe kleiner Servomotoren selbst und sieht auch noch wirklich edel aus. Diese Technologie kommt allerdings nicht aus Amerika, sondern aus Hamburg. Genauer von der Firma Tronical, die auch eigene Entwicklungen in ihrem Onlinestore verkaufen: Prinzipiell das selbe System, allerdings nicht wie bei Gibson von Haus aus schön im Korpus der Gitarre versteckt und über einen Tone-Regler steuerbar, sondern als Upgrade in verschiedenen Bauformen ausgeführt: Einfach alte Mechaniken abschrauben und neue dran. Gesteuert wird das Ganze dann durch einen Schwarzen Kasten zwischen den Mechaniken oder den bekannten Poti, je nach gewähltem System. Ganz billig ist der Spaß allerdings nicht, ist also auch immer eine Ermessensfrage.

Die wesentlich einfachere aber nicht zwangsweise günstigere Alternative geht über das klassische Stimmgerät, entweder als ‚Tretmine‘ (Pedal) oder eben zum umstöpseln, wobei letztere Geräte auch eher weniger live-Tauglich sind. Wichtig ist es hier allerdings, sich mit seinem/n Kollegen abzusprechen, denn es gibt von Stimmgerät zu Stimmgerät geringfügige bis gravierende Unterschiede, je nach Preis und Hersteller. Zu diesen Unterschieden zählen neben den Üblichen Verdächtigen (Verarbeitung, Lebensdauer) auch zum Einen die ‚Frequenztreue‘ (Ich bin kein Physiker oder Elektrotechniker, darum nenne ich das jetzt einfach so) des Gerätes, also die Präzision, mit der Gestimmt werden kann und der Toleranzbereich, den das Gerät hat, denn exakt 440Hz (A-Saite) wird man wohl nie ganz erreichen. Nette Alternative am Rande: Die Telekom hat ihr Freizeichen auf exakt 440 Hz eingestellt – also einfach beim Telefonieren die A-Saite stimmen und hoffen, dass der Angerufene nicht zu früh den Hörer abnimmt. Aber zurück zum Thema.

Um hier Diskrepanzen zu vermeiden, empfiehlt es sich, das Stimmgerät zu allererst natürlich ausgiebig zu testen (auch nach Gehör und mit anderen vergleichen) und letztendlich dann die verwendeten Geräte auf einander abzustimmen. Okay, bei einem Rockkonzert wird es vermutlich niemanden Jucken, wenn die E-Saite des Leadgitarristen nicht zu 100% mit der des 2. Gitarristen übereinstimmt, aber es hat doch Gewicht.

Zum Anderen noch der für mich wesentlich nervtötendere Faktor: Die Zeit, die das Gerät braucht, um auf eine angeschlagene Saite anzusprechen und sich einzupendeln. Wenn das zu lang dauert nervt das natürlich ungemein, gerade wenn man live mal schnell durchstimmen möchte. Außerdem hat auch das Auswirkungen darauf, wie präzise man stimmt, denn wenn eine Saite schon wieder am ausklingen ist und man gefühlte 1000x anschlagen muss, kann man einfach nicht gut stimmen.

Im Vergleich: Alter Fender gegen Polytune Mini.

Im Vergleich: Alter Fender gegen Polytune Mini.

Bei den Bodentretern gibt es inzwischen eine neue ‚Art‘ Stimmgerät: Die Polyphonen Stimmgeräte. Man schlägt einfach alle Saiten an und das Gerät sagt einem dann, welche Saite wie stark verstimmt ist, und man kann dann noch mal einzeln durchstimmen.

Ich habe lange auf meinen alten und robusten Fender Bodentreter vertraut und habe ihn immer noch in der Hinterhand, habe allerdings inzwischen auf das TC Electronic Polytune Mini umgesattelt, weil es sowohl mehr kann, als auch um Platz zu sparen, denn mein Pedalboard ist auch nicht unendlich groß. Für Unterwegs gibt’s dann noch die Passende iPhone-App.

Die Stimmgeräte von TC Electronic kann ich nur uneingeschränkt empfehlen, im Vergleich zum Klassiker von Korg Setzen die Geräte sogar noch mal einen Drauf und sind angenehmer in der Handhabe.

Es lässt sich also relativ leicht erkennen, dass gerade das Stimmgerät in lauten Umgebungen einen Sehr hohen Stellenwert im Pedalboard hat und man das auch entsprechen Budgetieren und auf keinen Fall daran geizen sollte!


Don’t forget.

Lianne La Havas ist auf jeden Fall ein Newcomer, mit dem man rechnen muss. Prinzipiell ist das nicht die Art Musik in der ich heimisch bin(nicht, dass es die gäbe), doch hier kann man leicht eine Ausnahme machen.

Die aus London stammende Folk- und Soulsängerin, Gitarristin und Pianistin hat eine mehr als angenehme Stimme und verbindet mit Folk und Soul auch leicht Psychedelische Teile. Sie spielt erst seit 2007 Gitarre, doch laut einem Interview mit Guitarworld Fühlte sie sich sofort viel mehr mit einer Gitarre verbunden als mit dem Piano, das sie schon seit Kindestagen spielt. 2009 war sie erstmals als Backgroundsängerin on Tour, ihren Durchbruch hatte sie als Solo-Künstlerin dann durch Jools Holland und seine Show Later. Bemerkenswert auch: in eigentlich keiner Aufnahme macht sie auch nur einen Fehler. Einige Interessante Mixes und Eindrücke gibt sie übrigens auch auf ihrer Soundcloud-Seite zum Besten. Ein Besonderes Merkmal ihrer Musik sind die relativ rohen und rhythmisch eher anspruchsvollen Gitarrenparts, über die sie immer passend singt. Dass das wirklich synchron funktioniert und klingt ist mehr als hart!

Was das Equipment angeht sind wir schnell durch. Ihre Hauptgitarre ist eine 1964 Danelectro Silvertone – damals spottbillig, heute mehr als gesucht und sehr teuer – aber das sind prinzipiell alle der alten Danelectro und Harmony-Gitarren – und ihr Lieblings-amp ist ein gewöhnlicher Fender Hot Rod Deluxe. Klingt nach einer sehr bescheidenen Gitarristin!

Ich bin schon sehr gespannt, was von ihr als nächstes kommt – sie steht auf jeden Fall sehr weit oben auf meiner „watchlist“.

Zum Abschluss noch ihr Debut Forget in der Live-Version.


The steam from the slow train rises.

“ ‚Cause when the steam from the slow train rises
I ain’t gonna see you anymore.“

-Joe Bonamassa, Slow Train

Joe Bomanassa’s neues Albun An Acoustic Eevening Live at the Vienna Opera House ist ja bereits erschienen. Auch auf DVD. In Slow Train strahlt er wieder die übliche Bonamassa-Coolness aus.


The Loft

Habe endlich die Zeit und Motivation gefunden, ein seit inzwischen 2 Jahren auf meinem Rechner liegendes Grundgerüst zufriedenstellend fertig zu stellen. Einige Stellen und beinahe die gesamten Akustik-Parts musste ich neu einspielen.

Dieses Mal handelt es sich um ein etwas längeres Instrumentalstück, wieder ausschließlich mit Gitarren eingespielt.

Gear:
1. Gitarre: Gibson Les Paul Standard ’08 – Improvisations und die Powerchords im Hintergrund. Die Dynamik profitiert ungemein von der mit der Les Paul und dem Tonelab erzeugten Basslastigkeit im Rhytmusteil.
2. Guitar: Simon & Patrick Luthier Woodland 12 Spruce A3T (12 String) – Spielt die dominanten Akustikparts ein. Durch die 12 Saiten entsteht eine leichte Schwebung, die das ganze Sphärischer wirken lässt.
3. Guitar: Ibanez Ambience a300e Acoustic – Spielt Fill ins und unterstützt an ein paar kurzen Stellen die Akustik-Begleitung.

Preamp + FX: VOX Tonelab ST, MXR Micro Chorus
AMP: Fender Frontman 212R

Mastered with Logic Pro

Performed by Marc Herrmann.

Abonnier mich doch auf Soundcloud!


The two best guitarists ever.

„Tommy Emmanuel was the two best guitarists I’ve ever met.“

– Todd Rundgren

Tommy Emmanuel ist wirklich einer der besten und vor allem schnellsten fingerstyle-Gitarristen die ich je gehört habe. Egal welches Video man von ihm ansieht: er scheint, egal wie schnell er gerade spielt, nie voll ausgelastet zu sein und immer noch Luft nach oben zu haben. Eingespielt hat der Australier unter anderem auch schon für Michael Jackson. Und er hat über 2 Millionen Youtube-Views bei seinem Klassiker Classical Gas. Egal was er spielt oder auf welcher Bühne er steht, er wirkt immer souverän und macht sowieso nie Fehler. Geschwindigkeitstechnisch ist er nur schwer zu vergleichen. Wenn ich müsste würde ich ihn wohl in die Kategorie John McLaughlin einordnen, aber wirklich nur bei Geschwindigkeit – denn beide Spielstile sind einzigartig.

„There’s no greatest guitarist, but nobody is better than Tommy Emmanuel.“

– Steve Vai.

Seine Hauptgitarre ist Akustisch und heißt  „Mouse“ –  eine MatonEBG  808. Man sieht ihn nur sehr selten E-Gitarre spielen, und wenn er elektrisch spielt spielt er natürlich Telecaster, der ultimativen Fingerstyle-Fender.

Vorab: bitte nur im sitzen hören, ansonsten kippt man vielleicht aus den Latschen – und nicht demotivieren lassen. Von seinem Talent überzeugen (nicht, dass das nötig wäre) kann man sich übrigens auch hier, hier und hier.

Sein außer Frage stehendes ‚Flaggschiff':


Because cable matters.

Heute ist eine Lieferung mit viel neuem ‚Spielzeug‘ eingetroffen. Neben dem Standardpaket Saiten habe ich aber auch ein neues Kabel geordert. Das klingt jetzt erst mal nach nichts besonderem und schon gar nicht so, als ob es einen Wert hätte, darüber zu schreiben. Hat es aber!

Eines der ersten Dinge, die ich in der Veranstaltungstechnik gelernt habe: Das Kabel macht keinen – gar gar gar keinen niemals niemals und wenn es vorher Frösche vom Himmel regnet nie einen – Unterschied.

Falsch.

Naja, teilweise richtig. Bei niederohmigen Signalen, wie sie in der Veranstaltungstechnik vorrangig Verwendung finden, kann man eigentlich keine großen Rückschlüsse auf das Kabel ziehen, solange nicht gerade irgendwo ein Wackelkontakt ist, der Stecker nicht korrekt verlötet, der Querschnitt nicht ausreichend oder die Schirmung fehlerhaft ist. Das klingt jetzt schwieriger als es eigentlich ist. Aber alle diese möglichen Probleme verursachen wenn dann einen Totalausfall oder hörbare Störgeräusche.

Bei hochohmigen Signalen – wie bei einer Gitarre der Fall, sieht das theoretisch zwar gleich, praktisch aber anders aus.

Mein neues Kabel der Wahl – von der Gitarre ins Pedalboard – is das Fender Custom Shop Angled Jack Winkelstecker, weil das an einer Les Paul einfach besser funktioniert, gerade da die Klinkenbuchse verriegelt.

Cordial vs. Fender

Fender vs. Cordial

Was ist an dem Kabel also so besonders? Nun – das Kabel ist mit Tweed und Gummi ummantelt. Vorteil am Tweed: kein physisches Gedächtnis – keine Wickelspuren, Knicke und lebenslange Garantie (und mal eine etwas andere, edlere Optik)! Die Stecker sind ausnahmsweise nicht von Neutrik, sondern sauber verarbeitete Stecker, sogar mit Fender Custom Shop-Logo. Die Zugentlastung scheint sehr gut zu sein und der Stecker sitzt wirklich gut. Die Überraschung: Der Klang ist voluminöser und die Höhen etwas brillianter. Es handelt sich im Vergleich zu meinen Cordial und Sommer-Kabeln zwar nur um Nuancen. Aber dennoch hörbare Nuancen. Der Preis ist in Ordnung, gibt teurere.

Fazit: Wieder eimal gelernt, nicht am Kabel zu sparen, aber doch immer ein Augenmerk auf den Preis zu haben. Joe Bonamassa verwendet übrigens Klotz Kabel.


Stay

Nach längerer Pause war mal wieder Zeit, einen schon länger auf meiner Festplatte liegenden, halbfertigen Song zu vollenden.

Zielsetzung ist und war es, puristisch zu bleiben und nicht zu viel im Nachhinein zu bearbeiten. Das ganze Stück ist Instrumental und lässt Raum für Interpretation.

Gear:
1. Gitarre: Gibson Les Paul Standard ’08 – Meine Hauptgitarre übernimmt den Solopart, Powerchords und treibt im Hintergrund etwas voran.
2. Gitarre: Ibanez Ambience a300e Acoustic – Meine Lagerfeuer und Wald und Wiesen-Westerngitarre bringt dann zu guter letzt noch etwas Brillianz ins Klangbild.

Preamp + FX: VOX Tonelab; Reverb, Echo und Flanger kommen aus Logic

AMP: Fender Frontman 212R

Geschnitten und gemastert mit Logic Pro.

Abonnier mich doch auf Soundcloud!


Time to get Lazy

Jon Lord war kein Gitarrist. Trotzdem schreibe ich gern über ihn, er ist für mich immer eine Art Musikervorbild gewesen, und die Art, wie er seine Hammond beherrschte, war wohl einmalig.
Eine seiner größten Stärken: Er wusste schon in den 60ern, zu Zeiten vor Deep Purple’s „Machine Head“, dass er ein Solo nur interessant gestalten konnte, wenn es a) nicht zu lang war oder er zu häufig das Selbe spielt und b) man eine Spannungsbogen nur dann voll zur Geltung bringen kann, wenn die gesamte Band darin involviert ist, Solo hin oder her.
Genau das schaffte er exzellent. Gerade in Stücken wie „Lazy“ oder „Child In Time“ (Ich meine die original 10 Minuten-Version, nicht den Radio-Abklatsch) brilliert er durch Passende Tonlagenwechsel oder rasch angebrachte Stimmungswechsel. Gleichzeitig schafft er es aber immer, nicht „zu viel des Guten“ rauszuhauen.

Schon vor Deep Purple mochte Lord den klassischen Sound einer Hammond B3 kombiniert mit einem einfachen Leslie nicht besonders. Als Ritchie Blackmore sich dann schließlich der Truppe anschloss war klar, dass Lord quasi den Rhythmusgitarristen ersetzen oder zumindest ein zur Musikrichtung und zu Blackmores Sound und Stil passendes Fundament schaffen musste.
Lösung: zum Leslie einfach noch Unmengen Gitarren-Amps und Cabinets hinzufügen und alles ordentlich verzerren. (Man entschuldige mir hier bitte eine kleine Wahrheitsverzerrung, ich bin einfach kein Hammond-Experte).

Jon Lord 2009 - Photo by Jonlord.org

Jon Lord 2009 – Photo by Jonlord.org

Ein weiteres Anliegen Lords war es, Klassische Musik mit klassischem Hardrock zu vereinen. Das beste Beispiel hierzu ist wohl sein Concerto for Group and Orchestra, das Deep Purple 1969 mit dem Royal Philharmonic Orchestra unter widrigsten Umständen zum besten gab, denn die damaligen Musiker weigerten oder Sperrten sich teilweise, diese Mischung zu spielen, da sie der Auffassung waren, dass eine Rockband nichts im Ensemble zu suchen habe.

2011 Erhielt er übrigens für Werke wie dieses ein Ehrendoktorat der University of Leicester, quasi seiner Heimatuniversität, denn er kommt aus Leicester.

Diese Kombination und insbesondere dieses Arrangement lies Lord bis zu seinem Tod keine Ruhe: sein Letztes Album war eine Studioversion des Concerto for Group and Orchestra, die er mit größen wie Joe Bonamassa , Iron Maidens Bruce Dickinson und natürlich Deep Purples Steve Morse verwirklichte er seinen großen Traum.

Empfehlenswert zu hören sind prinzipiell alle Jon Lord-Werke. Ganz besonders das Concerto for Group and Orchestra und das Jon Lord Blues Project. Zu guter letzt noch ein absoluter Klassiker  von 1999, in dem Lord sein – außer Frage stehendes -Können unter Beweis stellt: